Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Herbst zeigt sich nun mit seinen schönen und auch seinen grauen Seiten. Das bunte Laub fällt von den Bäumen, die Früchte der Felder sind geerntet, die Wintersaat ausgesät – die Natur kommt zur Ruhe.

Unsere Bundespolitiker werden nach der Wahl - mitten in den Koalitionsverhandlungen – von der ruhigen Zeit nur träumen.

Nach der Umstellung auf Winterzeit am 29. Oktober und dem Beginn der Herbstferien obliegt es uns, sich ein Stück der Natur anzupassen. Der Kauf von Lebkuchen und die Weihnachtsmärkte zum Adventzeitbeginn stimmen uns langsam auf die staade Zeit ein – entgegen unseren Aktivitäten zum Flächennutzplan und den traditionellen Bürgerversammlungen im November.

Ab dem 23. Oktober liegen der Vorentwurf vom Flächennutzungsplan und die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange im Rathaus aus. Mit dem Vorentwurf vom Flächennutzungsplan sind von den Gemeinderäten und der Verwaltung in Klausuren und Sitzungen mögliche Entwicklungspotenziale von Wohn- und Gewerbegebieten unserer Gemeinde für einen Zeitraum von gedachten 20 Jahren erarbeitet worden. Mit der Auslegung und den vier Bürgerversammlungen sind Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, gefragt, sich zum Vorentwurf zu äußern. Mit dem genehmigten Flächennutzungsplan - voraussichtlich in zwei Jahren - entsteht kein Baurecht! Beim Genehmigungsverfahren vom Flächennutzungsplan prüfen und korrigieren die Träger öffentlicher Belange unsere Planungsziele bzw. Ausweisungen und gelten nach Genehmigung verbindlich für die Behörden. Ob aus einer Fläche später ein Baugebiet wird, entscheiden die Grundstückseigentümer mit Bereitstellung der Flächen und der Gemeinderat mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes oder entsprechenden Satzungen.

Zum Thema „Kommunaler Wohnungsbau“ auf der gemeindlichen Fläche neben der Villa Kranich wurden wir in einer Klausur von Frau Dr. Mühlbauer informiert, welche Förderungen die Gemeinde erhalten kann, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und wer nach Fertigstellung der Einrichtung die Vergabe der Wohnungen vornehmen darf. In welcher Größenordnung gemeindliche Wohnungen entstehen sollen, muss der Gemeinderat bestimmen. Für die Entscheidungshilfe im Gemeinderat werden wir Anfang Dezember vier Objekte u. a. Mehrgenerationenhäuser besichtigen, die mit Fördermitteln vom KommWFP (Kommunalen WohnungsbauFörderProgramm) errichtet wurden bzw. sich noch im Bau befinden. Hier wollen wir auch auf den Erfahrungsschatz anderer Kommunen zurück greifen.

An einem dritten Klausurabend in den letzten 6 Wochen beriet sich der Gemeinderat zum Thema „Einheimischen Modell“. Als Referenten hatten wir Herrn Dr. Busse eingeladen, um auf eine rechtssichere Formulierung beim Einheimischen Modell hin zu arbeiten. Ein entsprechendes Modell ermöglicht künftig Gemeindebürgern ohne Grundbesitz in unserer Gemeinde Bauland zu erwerben, sofern sie die Voraussetzungen entsprechend diesem Einheimischen Modell erfüllen und vor allem – sofern die Gemeinde Bauland zur Verfügung stellen kann. Derzeit arbeiten wir am Ankauf von Flächen im Baulandmodell (50 % eines künftigen Baugebietes erwirbt die Gemeinde für den Verkauf zu den Einheimischen-Konditionen) und der anschließenden Überplanung mit einem Bebauungsplan.

Die Erschließung vom Gewerbepark BA III ist weitestgehend abgeschlossen. Die nächsten Schritte sind die Vermessung der Parzellen zu neuen Flurnummern und der Abschluss der Notarverträge mit den künftigen Besitzern. Die Vergabe der letzten zwei Parzellen wird der Gemeinderat heuer noch beschließen.

Die Kreidezeit an der Kranzberger Grundschule geht zu Ende. Der Einbau der Whiteboards in den acht Klassenzimmern erfolgt voraussichtlich in den Herbstferien. In einem Vortrag von Uwe Brandl, dem Vorsitzenden vom Bayerischen und vom Deutschen Gemeindetag, auf der Messe „KOMMUNALE“ in Nürnberg betonte er, dass die Digitalisierung der Schule nicht nur die Ausstattung mit White-Boards bedeute, sondern dass die Schüler auch den richtigen Umgang mit den digitalen Medien im privaten und schulischen Bereich erlernen müssen.

Zentrales Thema der Fachvorträge auf der „KOMMUNALE“ war u. a. „Baulandentwicklung und Baulandvergabe – Rechtsrahmen, Modelle und Grenzen“. Im südlichen Bayern und in den Metropolen beschäftigen wir uns mit Wohnungsmangel, Zuzug, Baulandgewinnung, Einheimischen Modell, Sozialer Wohnungsbau und dergleichen und im nördlichen Bayern beschäftigen sich die Kommunen mit Leerstandsverwaltung und Abwanderung. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Die Bauausschuss-Sitzung am 25. September beinhaltete einen Sitzungspunkt, die Besichtigung einer Fläche für eine beantragte Kompostierungsanlage. Der Antragsteller und die Verwaltung werden sich mit den Fachbehörden tiefer in das Thema einarbeiten, bevor weitere Entscheidungen im Gemeinderat anstehen.

In der Gemeinderatssitzung am 10. Oktober stellte Herr Franz Lohr vom Ingenieurbüro Lohr das Sanierungskonzept für die Schmutzwasserdruckleitung von Thalhausen nach Berg vor. Nach seinem Vorschlag werden die drei Pumpstationen in Thalhausen, Dorfacker und Kühnhausen mit einem Kostenaufwand von ca. 120.000 Euro saniert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die Belastung der Leitung wurde entsprechend für die 7000 Einwohnerwerte - die neue Kapazität der Kläranlage – im Gemeindegebiet und den Ausweisungen lt. dem künftigen Flächennutzungsplan für die nächsten 20 Jahre neu berechnet. Die längere Verweilzeit der Abwässer in der Leitung mit einem Querschnitt von 150 mm kann nur mit einer Reduzierung des Querschnitts der Leitung auf 100 mm erreicht werden. Das bedeutet aber, dass die Leitung von Thalhausen nach Berg ebenfalls erneuert werden müsste. Die groben Kosten für diese Maßnahme wollen sich die Mitglieder vom Gemeinderat in der nächsten Sitzung vorlegen lassen, bevor eine Entscheidung beim diesem Thema gefällt werden kann.

Unter Top 3 stellte Kommandant Erich Frank das überarbeitete Fahrzeugbeschaffungskonzept der gemeindlichen Feuerwehren vor. Seine Ausführungen wurden von allen Seiten gelobt. Die Frage aus dem Gremium, ob mit den Fahrzeugbeschaffungen alle Kosten geplant sind, kann ich nur verneinen. Gleichbedeutend wäre die Frage, wenn sich eine Person neu eingekleidet hat, ob damit alle künftige Ausgaben erledigt seien. Die Einrichtung „Feuerwehr“ wird auch in Zukunft Kosten verursachen, die uns unsere Sicherheit Wert sein muss.

Die Einwendungen der Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplan „Gewerbepark BA III“ wurden öffentlich ausführlich abgewogen. Somit sollte der Bebauungsplan nach Genehmigung durch das Landratsamt seine Rechtskraft erlangen.

Die Änderung der Friedhofssatzung für die Friedbaumbestattung in Thalhausen wurde vom Gemeinderat genehmigt. Die Änderung der Friedhofssatzung für den gemeindlichen Friedhof in Kranzberg, in der die Grabeinfassungen aus Stein erlaubt würden, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Beim Punkt Kommunaler Wohnungsbau wurde die weitere Entwicklung

vorgestellt. Nächste Schritte werden die Beauftragung von Bodengutachten und die bereits genannten Besichtigungen sein.

Unter Top 8 wurde die Anfrage einer Bürgerin für die Errichtung eines Waldkindergartens auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei in Dorfacker besprochen. Für dieses Projekt müssen Erkundigungen zu den Voraussetzungen von den Fachbehörden eingeholt werden und anschließend wird der Sozialausschuss mit der Antragstellerin darüber beraten.

Neben allen genannten Themen beschäftigt sich die Verwaltung auch mit dem Hochwasserrisikomanagement, d. h. es findet ein Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt statt, in dem die erreichten und künftigen Ziele zum Hochwasserschutz im Gemeindegebiet besprochen werden.

Durch den unermüdlichen Einsatz und das standhafte Bestreben von ehrenamtlichen Tierschützern konnte am Sonntag den 22. Oktober das Richtfest für das künftige Tierheim in Mintraching gefeiert werden. Mit Fertigstellung der Anlage können wir künftig Fundtiere aus der Gemeinde in dieser Einrichtung abgeben.

Wir Autofahrer müssen bei Fahrten in tief stehende Sonne, im Nebel oder bei Dunkelheit erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht walten lassen. Aber auch Radfahrer und Fußgänger am Straßenrand sollten in diesen Zeiten Warnwesten tragen und mit dem verminderten Gesehen werden umgehen.

Karl Valentin soll gesagt haben

Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind.

Ich würde sagen, mit dieser Einstellung zum Ernst des Lebens gehen wir den November an.

Zu den bevorstehenden Ferientagen, den Feiertagen Reformationstag und Allerheiligen sowie dem Besuch vom Familiengrab wünsche ich Ihnen gutes Wetter und eine schöne Zeit.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr

Hermann Hammerl

1. Bürgermeister